{"id":15677,"date":"2023-05-06T10:58:06","date_gmt":"2023-05-06T08:58:06","guid":{"rendered":"http:\/\/turkinitiativ.de\/aciklama-2\/"},"modified":"2023-05-16T17:33:53","modified_gmt":"2023-05-16T15:33:53","slug":"tuerkische-community-in-koeln-ruft-gesunden-menschenverstand-fuer-sozialen-frieden-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/turkinitiativ.de\/de\/tuerkische-community-in-koeln-ruft-gesunden-menschenverstand-fuer-sozialen-frieden-auf\/","title":{"rendered":"T\u00fcrkische Community in K\u00f6ln ruft zum gesunden Menschenverstand f\u00fcr sozialen Frieden auf"},"content":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Mitglieder der t\u00fcrkischen Gemeinde in K\u00f6ln,<br \/>\nVerehrte Medienvertreter,<\/p>\n<p>als Initiative T\u00fcrkischer Vereine und Verb\u00e4nde in K\u00f6ln und Umgebung, wobei mehr als f\u00fcnfzig Zivilgesellschaften vertreten werden, sind wir zusammengekommen, um unseren Unmut gegen die Aufstellung an der Hohenzollernbr\u00fccke des voreingenommenen und beschuldigenden Mahnmals zu den Ereignissen von 1915 zu zeigen.<\/p>\n<p>Wie wir \u00f6fters betont haben, ist dieses Objekt der Ausdruck einer Mentalit\u00e4t, welche mit seiner Art und seinem Inhalt auf eine Nation abzielt, den gesellschaftlichen Frieden beeintr\u00e4chtigt und polemisiert. Es stellt daher einen Angriff auf die \u00f6ffentliche Ordnung und die gesellschaftliche Konsenskultur dar.<\/p>\n<p>Die Initiative T\u00fcrkischer Vereine und Verb\u00e4nde in K\u00f6ln und Umgebung hat seit ihrer Gr\u00fcndung stets einen respektvollen Umgang mit dem Gesetz und der gesellschaftlichen Ordnung gepflegt und den Dialog und die Kommunikation mit Vertretern der Stadt gesucht. Unsere Initiative hat in gesellschaftlicher Verantwortung und Toleranz die Kultur des Zusammenlebens jederzeit aktiv unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Wir sehen jedoch, dass einige Gruppierungen das Prinzip des gesellschaftlichen Pluralismus und Zusammenhalts in dieser Stadt sich nicht zu eigen machen und nicht z\u00f6gern, die Gesellschaft f\u00fcr ihre eigenen politischen Kalk\u00fcle zu spalten und zu trennen, und aller unserer Mahnungen zum Trotz Schritte unternehmen, die die \u00f6ffentliche Ordnung und den gesellschaftlichen Frieden zerst\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>2017 wurde ein Kreuzstein auf einem Friedhof, worin auch t\u00fcrkische Staatsb\u00fcrger beerdigt sind, auf der Grundlage der Behauptungen zum V\u00f6lkermord aufgestellt. Unsere Anliegen, die wir in diesem Prozess ausgedr\u00fcckt haben, wurden nicht ber\u00fccksichtigt. Der Beschluss zur Aufstellung des Kreuzsteins, welcher in Windeseile und auf unsensible Weise gefasst wurde, hat die t\u00fcrkische Gemeinde in K\u00f6ln tief verletzt.<\/p>\n<p>Mit dem Wagemut, den dieser Beschluss angestiftet hat, haben diese Gruppierungen seit 2018 mehrere Versuche unternommen, das polarisierende, polemisierende und politisierende Mahnmal, dessen Ausstellung an der Hohenzollernbr\u00fccke nun vor\u00fcbergehend zugelassen wurde, aufzustellen. Diese st\u00e4ndig von Anspannungen und Konflikten n\u00e4hrenden Gruppierungen haben in den vergangenen Jahren davon nicht zur\u00fcckgescheut, vollendete Tatsachen zu schaffen, um dieses Mahnmal auszustellen. Nur gerichtliche Entscheidungen konnten sie vorl\u00e4ufig von ihren unrechtm\u00e4\u00dfigen Handlungen abhalten.<\/p>\n<p>Wir, als Vertreter:innen der t\u00fcrkischen Gemeinde in K\u00f6ln, k\u00f6nnen nicht akzeptieren, dass die aggressiven, st\u00e4ndig neue Aufforderungen heraufbeschw\u00f6renden und zur Anerkennung dieser Aufforderungen die \u00f6ffentliche Ordnung missachtenden Haltungen einiger Gruppierungen in K\u00f6ln von den Stadtverwalterinnen und -verwaltern ignoriert, toleriert und sogar, wie bei der Erteilung der Sondernutzung, letztendlich belohnt wurden.<\/p>\n<p>Was uns am meisten betr\u00fcbt, ist die Tatsache, dass bisher nicht eine einzige Vertreter:in der t\u00fcrkischen Gesellschaft in die Entscheidungsfindung miteingebunden und ihre Meinung noch nicht einmal eingeholt wurde. Die T\u00fcrken wurden bei einem so wichtigen Thema, in dem sie mit massiven Vorw\u00fcrfen konfrontiert werden, bewusst von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen. Dies wirft die Frage auf, wie ernst die Kultur des Zusammenlebens von den Entscheidungstr\u00e4gern genommen wird.<\/p>\n<p>Die Vorgehensweise, die bei der Umsetzung derartiger Themen die t\u00fcrkische Gesellschaft in K\u00f6ln ignoriert und ausgrenzt, ist nicht hinnehmbar.<\/p>\n<p>T\u00fcrken und Armenier haben jahrhundertelang nebeneinander und miteinander gelebt. Tats\u00e4chlich sorgte die Toleranzpolitik des Osmanischen Reiches gegen\u00fcber verschiedenen Identit\u00e4ten, Glaubensrichtungen und Kulturen daf\u00fcr, dass alle Nationen, die Teil des Reiches waren, mit einem lebendigen Gef\u00fchl f\u00fcr Sprache, Glauben und Kultur bis zum Ende des Osmanischen Reiches im 20. Jahrhundert ihre Identit\u00e4t bewahren konnten.<\/p>\n<p>Es ist von niemandem zu leugnen, dass die Armenier w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges sehr gelitten und viele von ihnen ihr Leben verloren haben. Aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass Millionen von Muslimen im Osmanischen Reich in der gleichen Zeit ums Leben kamen. W\u00e4hrend wir der Verluste der einen Seite gedenken, d\u00fcrfen wir die Verluste der anderen Seite nicht \u00fcbersehen. Ansonsten kann man aus der Geschichte keine Lehre ziehen.<\/p>\n<p>Um die Ann\u00e4herung zwischen T\u00fcrken und Armeniern wiederherzustellen, muss der Prozess des Dialogs initiiert, unterschiedliche Ansichten respektiert und versucht werden, sich einzuf\u00fchlen. Auf diese Weise kann der Weg f\u00fcr eine Ann\u00e4herung der t\u00fcrkischen und armenischen Geschichtsnarrative im Sinne einer &#8222;Gerechten Erinnerung&#8220; geebnet werden.<\/p>\n<p>In der \u00dcberzeugung, dass dies m\u00f6glich ist, hat die Republik T\u00fcrkiye im Jahr 2005 vorgeschlagen, eine gemeinsame Historikerkommission, die sich aus Sachverst\u00e4ndigen aus T\u00fcrkiye, Armenien und anderen L\u00e4ndern zusammensetzt, zu gr\u00fcnden, um in allen Archiven Nachforschungen \u00fcber die Ereignisse von 1915 durchzuf\u00fchren. Die Ergebnisse dieser Kommission w\u00fcrden zu einem besseren Verst\u00e4ndnis dieser tragischen Periode f\u00fcr T\u00fcrken und Armenier und zur Normalisierung zwischen beiden L\u00e4ndern beitragen. Armenien hat auf den Vorschlag von T\u00fcrkiye bisher nicht reagiert.<\/p>\n<p>Andererseits spiegelt die Kondolenzbotschaft des Pr\u00e4sidenten der Republik T\u00fcrkiye vom 24. April an das Armenische Patriarchat in Istanbul die mitmenschliche Haltung von T\u00fcrkiye. Wir als T\u00fcrken und T\u00fcrkischst\u00e4mmigen heben ausdr\u00fccklich die Wichtigkeit des Blickes in die Zukunft, der Vermeidung von verletzenden Diskursen und der Toleranz gegen\u00fcber Meinungsverschiedenheiten hervor, w\u00e4hrend geschichtliche Wahrheiten auf Basis eines gerechten Erinnerung erforscht werden.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat zwischen T\u00fcrkiye und Armenien ein Normalisierungsprozess begonnen. Sonderbeauftragte wurden gegenseitig ernannt, Direktfl\u00fcge zwischen Istanbul und Eriwan gestartet und der Handel mit Luftfracht zwischen den beiden L\u00e4ndern ist m\u00f6glich geworden. Zuletzt besuchte der armenische Au\u00dfenminister T\u00fcrkiye nach der Erdbebenkatastrophe vom 6. Februar in Kahramanmara\u015f.<\/p>\n<p>Einige radikale Gruppen wollen all diese Entwicklungen leugnen und versuchen mit all ihrer Macht zu verhindern, dass das gesellschaftliche Leben sich normalisiert und die Auss\u00f6hnung der T\u00fcrken und Armenier voranschreitet. Es ist au\u00dfer Frage, dass ein Nachgeben gegen\u00fcber diesem unfassbaren Verhalten in keiner Weise positiv zu diesem Prozess beitragen wird.<\/p>\n<p>Leider sind wir an einen Punkt angekommen, an dem wir mit einem Angriff auf unsere Identit\u00e4t konfrontiert sind. Wir sind traurig zu sehen, dass unsere Werte, die uns zu dem machen, was wir sind, bewusst verzerrt werden und dass Einige Politik \u00fcber unsere Geschichte machen.<\/p>\n<p>Wir werden jedoch nicht gleichg\u00fcltig bleiben. Es ist unsere Hauptaufgabe, unsere tiefe und lange gemeinsame Geschichte im Rahmen einer gerechten Erinnerungskultur an die neuen Generationen weiterzugeben. Egal wie sehr jemand versucht, Anfeindungen zu erzeugen, wir werden unsere jungen Menschen mit einem Bewusstsein erziehen, die in der Lage sein werden, ihre Kultur zu sch\u00fctzen und anderen Nationen immer mit Toleranz und Respekt gegen\u00fcberzustehen.<\/p>\n<p>Mit diesem Verst\u00e4ndnis wollen wir dieses Jahr eine Geschichtstagung in K\u00f6ln veranstalten. Unser Ziel ist es, das Leid, die Migrationen und die Massaker, die w\u00e4hrend des Zusammenfalls des Osmanischen Reiches vor und w\u00e4hrend dem Ersten Weltkrieg in einem weiten Raum stattfanden, umfassend und fair zu behandeln und alle Meinungen einzubeziehen. Wir k\u00f6nnen die Zukunft gemeinsam gestalten, indem wir die Geschichte diskutieren. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir Tabus brechen.<\/p>\n<p>Wir glauben, dass es der beste Weg f\u00fcr unsere Zukunft ist, unser Leid zu teilen, anstatt ihn in einen Wettstreit zu versetzen. Wir m\u00f6chten, dass dieses Teilen auch an einem Ort zum Ausdruck kommt, an dem wir zusammenkommen und eine gemeinsame Erinnerung schaffen k\u00f6nnen. Als solche werden wir uns bem\u00fchen, dass an einem zentralen Platz von K\u00f6ln ein Denkmal errichtet wird, welches uns verbindet und nicht trennt. Wir glauben, dass dieses Denkmal unseren gemeinsamen Schmerz angemessen widerspiegeln und unsere gemeinsame Zukunft beleuchten wird.<\/p>\n<p>Als Initiative T\u00fcrkischer Vereine und Verb\u00e4nde in K\u00f6ln und Umgebung haben wir immer wieder die Wichtigkeit des friedlichen Zusammenlebens in unserer Stadt betont. Wir haben uns gegen Bestreben, den sozialen Frieden zu zerst\u00f6ren, gestellt. Dies werden wir auch weiterhin tun.<\/p>\n<p>Wir sind stolz Teil K\u00f6lns zu sein; einer Stadt, die unterschiedliche Kulturen und Lebensstile beherbergt. Wir wollen, dass K\u00f6ln auch weiterhin als eine der Symbolst\u00e4dte des erfolgreichen Zusammenlebens bleibt. Dies erfordert jedoch Stimmen der Vernunft. Alle relevanten Beteiligten, insbesondere die Stadtverwaltung, muss ihrer Verantwortung bewusst sein. Als Initiative T\u00fcrkischer Vereine und Verb\u00e4nde in K\u00f6ln und Umgebung sind wir bereit, diesen Weg gemeinsam zu gehen.<\/p>\n<p>K\u00f6ln ve \u00c7evresi T\u00fcrk Dernek ve Birlikleri \u0130nisiyatifi<br \/>\nInitiative T\u00fcrkischer Vereine und Verb\u00e4nde in K\u00f6ln und Umgebung<br \/>\nwww.turkinitiativ.de<br \/>\ninfo@turkinitiativ.de<\/p>\n<p>Initiative der T\u00fcrkischen Vereine in K\u00f6ln und Umgebung<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Mitglieder der t\u00fcrkischen Gemeinde in K\u00f6ln, Verehrte Medienvertreter, als Initiative T\u00fcrkischer Vereine und Verb\u00e4nde in K\u00f6ln und Umgebung, wobei mehr als f\u00fcnfzig Zivilgesellschaften vertreten werden, sind wir zusammengekommen, um unseren Unmut gegen die Aufstellung an der Hohenzollernbr\u00fccke des voreingenommenen und beschuldigenden Mahnmals zu den Ereignissen von 1915 zu zeigen. 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